Buchtipp Nr. 2: Vintage

Ein Sammlerstück, das die Welt von Thomas verändern wird

„Einem jungen Gitarristen und Journalisten bietet sich der große Deal: eine Million, wenn er beweisen kann, dass die Gibson Moderne, die legendärste Gitarre aller Zeiten, tatsächlich existiert hat. Besessenen Musikliebhabern begegnet er, leidenschaftlichen Sammlern, zwielichtigen Gestalten und sagenumwobenen Instrumenten. Eine faszinierende Reise quer durch Amerika und die goldenen Jahre von Blues und Rock.“

+          +          +          +          +          +          +          +          +           +

Grégoire Hervier nimmt dich mit auf eine Reise durch die Zeitgeschichte der Gibson Moderne. Der Protagonist ist ein junger Musikfanatiker, der eines Tages einen speziellen Auftrag erhält…

Der Schreibstil ist humorvoll, locker und leicht. Ich hatte oft beim Lesen das Gefühl, die Zeit würde mit dieser Geschichte wie im Flug vergehen. Ich war mittendrin und konnte sehr gut seine Reise miterleben.

Der Protagonist Thomas ist charmant und freundlich, auf seine witzige und manchmal leicht naive Art, musste ich an einigen Stellen ziemlich schmunzeln. Die Liebe zu der alten Gibson macht eben blind.

Die Geschichte wird mit zunehmender Forschung von Thomas verzwickter und geheimnisvoller. Das Ende mündet in einer ulkigen, sehr dramatischen Szene, aber hat durchaus gepasst. Was man nicht alles tut, für eine Vintage Gitarre! Ob nun Thomas oder eigentlich die alte Gibson die Hauptrolle im Buch hatte, sei mal daher gestellt. Die Gibson trägt auf jeden Fall dazu bei, dass es in der Story zu Konflikten kommt.

Besonders gefallen an dieser Geschichte hat mir nicht nur ihre Originalität, sondern auch die tiefgründige Recherche, die der Autor betrieben haben musste, um nicht nur die Gibson, sondern auch Teile der Musikgeschichte mit einfließen zu lassen. Dies hat dem Gesamtwerk Authentizität verliehen.

Abbildung einer Gibson Gitarre

Im Folgenden möchte ich mit euch einen Auszug aus dem Buch teilen. Keine Angst: Kein Spoiler-Alarm!

+          +          +          +          +          +          +          +          +         +

Für Rock’n’Roll-Fans ein Lesegenuss

„Wach endlich auf, Mann, der Rock ‘n’Roll ist tot, da stehen nur abgehalfterte Typen drauf. Die rauchen, saufen, ohne Gummi vögeln und mit zweihundert Sachen durch die Gegend rasen. Alles völlig out! Glaubst du vielleicht, Elvis hat die Fünf-am-Tag-Regel befolgt und sich ständig Obst und Gemüse reingeschoben? Der hat sich das Erdnussbutter-Sandwich mit dem Flugzeug geholt!“
„Die Co2-Bilanz lässt grüßen…“

Der Typ, der da mit grauem Haar, buschigen Augenbrauen, blauen Augen und leichtem Bauchansatz hinter dem Ladentisch stand und sich so ereiferte, war Alain de Chévigné, zweiundsechzig Jahre alt, Autor von Die Gitarren der Pop-Generationund anderen Standardwerken, ein Freund von Eddy Mitchell und Besitzer von Prestige Guitars in der Rue de Douai. Und der vor ihm, halblange braune Haare, schlank und elegant in der schnittigen Lederjacke, das war ich, Thomas Dupré, fünfundzwanzig Jahre alt, Gitarrist, ehedem Mitglied der Band Agathe the Blues and the Impostors, Zeilenschinder bei kaum bekannten Musikzeitschriften und Besitzer von rein gar nichts. Ich half hier gerade aus, weil der eigentliche Verkäufer sich beim Skaten an einem waghalsigen Sprung über einen Einkaufswagen versucht hatte. Zwei Monate krankgeschrieben. Immerhin, ein cooles Video. Und ich fand mich dank diesem Wagemut seit sechs Wochen zwischen einzigartigen und zumeist völlig unerschwinglichen Vintage-Gitarren wieder, eine meiner großen Leidenschaften.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.