Jugendbuch Empfehlung: Alles Okay

Jugendbuch Empfehlung - Alles Okay Buchcover

Die Geschichte dieser Jugendbuch Empfehlung: Alles okay berührt, ist sehr emotional und federleicht. Ein innerer Konflikt zwischen dem Alleinsein, ein altes Leben verdrängen und der Suche nach der Wahrheit. Nina LaCour beschreibt zutiefst die Gedanken- und Gefühlswelt der jungen Erwachsenen Marin, die mit dem Verlust geliebter Menschen zu kämpfen hat und sich in ihrem Wohnheimzimmer versteckt, aus Angst, den schmerzhaften Erinnerungen und Gefühlen zu begegnen und in einen Strudel zu geraten.

Ihre beste Freundin Mabel steht eines Tages plötzlich vor ihrer Tür. Das komplette Wohnheim wie leergefegt. Nur Marin und Mabel, die sich gemeinsam erinnern. Marin wird dadurch konfrontiert und lässt all ihre Trauer, Freude, Verwirrung und sämtliche Gefühle heraus. Die Blase, die sie sich zum Schutz geschaffen hatte, platzt Stück für Stück.

Starke Gefühlswelten

„Ein Buch so überwältigend wie die schönsten Erinnerungen, so traurig wie die besten Songs, so hoffnungsvoll wie die wunderbarsten Träume – Du gehst durch das Leben und denkst, du bräuchtest so viele Dinge. Deine Lieblingsjeans und deinen Lieblingspullover, deine Patchworkdecke mit den weißen und schwarzen Rauten, deine Glitzerohrringe, den Traumfänger über dem Bett. Du denkst, dass du all diese Dinge brauchst. Und dann gehst du weg – mit deinem Handy, deinem Portemonnaie und einem Foto deiner Mutter.“

„Das bewegende Porträt eines Mädchens, das versucht, wieder aufzustehen, nachdem ihre ganze Welt auseinandergefallen ist.“ – Publishers Weekly

„Poetisch, grandios geschrieben … und zutiefst menschlich.“ – The New York Times

Poesie in ihrer träumerischen Art und Weise

Eine einzigartige Geschichte mit sehr gefühlvollen Figuren. Wahre Freundschaft und eine vergangene tiefgründige Beziehung zwischen einer Enkelin und ihrem Großvater sind in Marins Leben von großer Bedeutung. Nina LaCour beschreibt Marins Gefühlswelt sehr echt und kreiert ein poetisches Meisterwerk. Während des Lesens konnte ich mich so gut in Marin und Mabel hineinversetzen, dass ich ebenso mitfühlte und fast förmlich Marins Trauer und Wut aufsteigen sah.

Der Schreibstil dieser Jugendbuch Empfehlung ist sehr bildlich, gefühlvoll und schafft eine tiefe Atmosphäre. Die Zeitsprünge beginnen in der Gegenwart, in der Marin oft einzelne Szenen aus ihrer Vergangenheit wieder durchlebt und sich erinnert. Ihr Zimmer und das Wohnheim sind zentrale Orte der Geschichte. Dieser Ort hat etwas Verlassenes, weil Marin in den Weihnachtsferien, die einzige aller Student:innen ist, die dort wohnt und dieser ergänzt somit ihre gewollte Einsamkeit. Als Mabel auf der Matte steht, erblüht das leere Gebäude förmlich und sie reißt Marin voller positiver Gefühle wieder mit heraus, aus dem Gedankenkarussell. Eine poetische Geschichte, die in ihrer Leichtigkeit die Schwere von Angst, Trauer und Wut aufbricht und am Ende auch das Herz von Marin wieder erwärmt.

Jugendbuch Empfehlung - Eine junge Frau sitzt auf einem Sofa vor einem Plakat mit Friedenszeichen

Kapitel elf

„Über mir hängt der Kopf eines Rehs. Ein Bock, schätze ich. Sein Geweih wirft lange, anmutige Schatten an die Wand. Ich stelle mir vor, wie er irgendwo auf einer Wiese steht. Ich denke an Frühling, an Gras und Blumen, an Hufspuren und Bewegung und seinen Rehkörper, unversehrt. Stattdessen nun Erstarrung, tropfendes Kerzenwachs, Stille. Die Geister derer, die wir früher waren. Das Klirren der Teller, die Mabel in Tommys Spüle stellt, und die Erschöpfung, die mit dem Wissen kommt, dass etwas passieren muss, und dann noch etwas und noch etwas, immer weiter, bis es vorbei ist.

Wir haben noch nicht besprochen wie wir schlafen. Auf dem Klappsofa, das wir uns teilen sollen, liegen Laken und eine Decke bereit. Aber vielleicht bleiben wir einfach die ganze Nacht wach. Mabel kommt aus der Küche. Sie geht zum Bücherregal, wo sie ein Kartenspiel entdeckt hat. Sie hält die Karten hoch, und ich nicke. Dann mischt sie und teilt aus, zehn für mich, zehn für sie und eine offene in die Mitte. Pikdame. Ich hätte Spielkarten besorgen sollen! Dann wäre die Frage, was wir tun sollen, gar nicht erst aufgekommen. Wir hätten uns keine Müdigkeit einreden müssen, um dem Gespräch auszuweichen, das unausweichlich ist. Wir stürzen uns in eine Partie Rommé, als wäre kein Tag vergangen.

Nach der ersten Runde liege ich zwölf Punkte vorne, und Mabel geht einen Zettel und einen Stift suchen. Sie findet einen Filzstift und einen WeihnachtsbaumprospektNichts riecht besser als eine frisch gefällte Kiefer, steht da, und darunter sind drei Typen von Nadelbäumen abgebildet: eine Douglasie, eine Kiefer und eine Tanne. Mabel schreibt unsere Namen unter den Satz Wir haben auch Kränze!und notiert den Spielstand. (…)“

 

Habt ihr eine Jugendbuch Empfehlung über eine Geschichte, die unbedingt gelesen werden sollte? Wenn ja, dann freue ich mich, wenn ihr mir davon in den Kommentaren berichtet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.