Plot schreiben – Tipps, um deine Buchidee zu entwickeln!

Buch zwischen Efeuranken

 

Wenn du ein Thema und eine Ideen für dein Buch entwickelt hast, dann geht es im nächsten Schritt darum, einen Plot zu schreiben. Dadurch kristallisieren sich bestimmte Ereignisse, Handlungsstränge und Figuren bereits beim Schreibstart heraus und du hast einen gewissen Fahrplan, an den du dich beim Schreiben deines Buches orientieren kannst.

In diesem Blogbeitrag erfährst du, wie du ganz einfach für dein Buch einen Plot schreiben kannst.

Inhalt

1. Warum ist Plotten für eine Buchidee so wichtig?
2. Diese Bestandteile gehören dazu
3. Ein Plot verändert sich während des Schreibens
4. Vorlage, um einen Plot zu erstellen
5. Plot schreiben – Tipps

 

1. Warum ist Plotten für eine Buchidee so wichtig?

Viele Autor:innen schreiben einen Plot, bevor sie die eigentliche Geschichte verfassen. Gerade Schreibanfänger:innen und Erstautor:innen wird das Plotten sehr empfohlen. Denn einen Plot für ein Buchprojekt zu schreiben, gehört unter anderem mit zu dem Handwerk des Literarischen Schreibens und sollte somit auch erlernt sein, wenn du dich als Autor:in (weiter)entwickeln möchtest.

Ein Plot spiegelt den Handlungsverlauf einer Geschichte wider. Dieser Handlungsverlauf ergibt sich aus allen Ereignisse, die in der Geschichte von den Figuren hervorgerufen werden oder figurenunabhängig entstehen. Was einen guten Plot auszeichnet ist Kausalität. Das bedeutet, dass alle Ereignisse und Handlungen in einem Plot zusammenhängen. Es ist wie ein Dominospiel. Ein Ereignis löst in einer Geschichte immer ein weiteres Ereignis aus.

Ein Plot dient als erste Struktur. Einen Plot zu schreiben offenbart Klarheit, während die Grundidee der Geschichte entsteht und verfeinert wird. Die Plotstruktur ist wie ein roter Faden, der sich durch die gesamte Geschichte zieht, quasi ein Plan, auf den du regelmäßig zurückgreifen kannst, wenn es an einer Stelle im Schreibprozess hapert.

 

Plot für ein Buch schreiben - Jemand schaut in ein Buch uns lässt sich inspirieren

 

 

2. Diese Bestandteile gehören dazu

Alle erdenklichen Aspekte und Inhalte einer Geschichte sind Teil eines Plots. Wenn du einen Plot schreiben möchtest, dann solltest du vorab auch grob Ideen zu den handelnden Figuren entwickelt haben. Ein Plot für einen Roman könnte beispielsweise folgendes beinhalten. Selbstverständlich sollte ein Plot genauso wie die Geschichte, auch individuell erstellt werden. Aus diesem Grund könnte dein Romanplot auch ganz anders aussehen.

✦ Die Figurenkonstellation 

– Wer ist deine Hauptfigur, wer die Nebenfiguren und Antagonisten oder antagonistische Kräfte?
– Welche Ziele verfolgen die Figuren? Welche Ängste, Eigenschaften, Gedanken und Gefühle haben sie?
– Wie sehen sie aus und in welcher Beziehung stehen sie zueinander?

✦ Das Erzählmuster 

– Welches Muster soll die Handlung verfolgen?
– Möchtest du eine Held:innen-Reise schreiben, ein Drama oder vielleicht eher eine Komödie?
– Im Storytelling gibt es einige Basic-Erzählmuster, die individuell angewandt werden können.

✦ Das Genre 

– Je nach Genre unterscheiden sich Buchplots in ihrem Aufbau.
– In welchem Genre ist deine Geschichte angesiedelt?

✦ Auslösendes Ereignis, Spannung und Höhepunkt 

– Welche Szene oder Handlung ist das auslösende Ereignis deiner Geschichte und weckt direkt Interesse bei den Leser:innen?
– Wo in der Geschichte möchtest du Spannung erzeugen?
– Was ist der Höhepunkt der Story?

✦ Setting, Raum und Zeit 

– In welcher Zeit soll die Handlung spielen?
– Wo agieren die Figuren?
– Welche Atmosphäre möchtest du mit Worten erzeugen?

 

3. Ein Plot verändert sich während des Schreibens

Wenn du einen Plot für deine Geschichte geschrieben hast, dann behalte diesen während des gesamten Schreibens an deinem Buch immer im Auge.
Denn ein Plot kann sich verändern und zwar auch mehrmals. Als ich meine Buchidee in einen Plot verwandelt habe, stellte ich erst während des Schreibprozesses der einzelnen Kapitel fest, dass sich die ursprüngliche Idee veränderte und mit dieser auch der erste Plotentwurf. Und das ist vollkommen okay, auch bei deinem Plot!

Geschichten oder Bücher schreiben bedeutet nicht, dass du nur schreibst. Es ist wie ein Eisberg. Das fertige Werk ist nur die Spitze und alles drum herum befindet sich unter Wasser und ist für Außenstehende nicht ersichtlich.
Plotten ist ein Teilprozess der gesamten Tätigkeit, die du als Autor:in verfolgst. Prozesse und Methoden sind immer veränderbar. Du kannst sie immer auf deine Bedürfnisse anpassen.

Wenn du merkst, dass deine Geschichte auf einmal in eine andere Richtung verläuft, als du vorher geplant, sprich geplottet hast, dann überlege dir, ob du diese Richtung weiterverfolgen möchtest und deinen Plot umschreibst. Oder ob du die Geschichte starr an deinen ursprünglichen Plot anpasst. Alles kann und nichts muss. Du kannst selbst entscheiden, was aus deiner Geschichte wird!

By the Way: Es gibt neben Autor:innen, die gerne und all ihre Ideen plotten auch Schriftsteller:innen, die nie ihre Geschichten vorher gründlich plotten, sondern zum Beispiel einfach drauf los schreiben und mittendrin einen Plot entwerfen oder sogar keinen Plot schreiben. Jede:r hat eine individuelle Vorgehensweise, die zum Ziel führen, nämlich ein fertiges Buch mit der eigenen Idee, der eigenen Geschichte, in den Händen zu halten.

 

4. Vorlage, um einen Plot zu erstellen

Es gibt keine Universalvorlage, die wirklich jede:r Schriftsteller:in für das Plotten verwendet. Plotten ist immer sehr individuell und auch die Plotstrukturen für Romane und Geschichten können variieren. Im Folgenden habe ich dir eine mögliche Struktur erstellt, die du gern einfach für dich zur Übung übernehmen kannst, um die jeweiligen Handlungsereignisse deiner Geschichte dort einzutragen.

 

Grafische Darstellung einer Plotstruktur

(Bild: © Rike Niemann)

 

5. Plot schreiben – Tipps

Du hast eine Idee, für zum Beispiel einen Roman, und weißt noch nicht, wie du mit dem Plotten anfängst? Kein Problem! Mit diesen Tipps fällt es dir leichter, diese Methode für dich umzusetzen und ganz einfach mit dem Plotschreiben zu starten.

Tipp #1: Schnapp dir Zettel und bunte Stifte!

Es ist einfacher einen Plot zu verfassen, wenn dieser visuell umgesetzt wird. Das klappt am einfachsten und schnellsten mit Papier und Stiften.
Schreibe pro Blatt oder Karteikarte im gröbsten deine Idee für Handlungen oder Szenen, die in der Geschichte des Romans vorkommen sollen. Überlege dir auch, wer die Haupt- und Nebenfiguren sind, was sie auszeichnet und was ihre Ziele sind. Schreibe außerdem vereinzelt auf verschiedene Papiere deine ersten Ideen und Gedanken zum Setting, also zur Zeit, dem Spielraum und der Atmosphären.

Tipp #2: Ordnen und Struktur bauen

Hast du alle Ideen erst einmal so festgehalten, dann ordne alle Zettel nach Handlungsablauf. Welches soll das auslösende Ereignis zu Beginn des Romans sein? Welche Szene ist das Ende der Geschichte? Was passiert in der Mitte? Welche Spannungs- und Höhepunkte gibt es?
Du baust dir mithilfe der Karteikarten oder beschriebenen Papiere eine erste Struktur und entwickelst deine Grundidee dadurch weiter. Dein erster Plot nimm Gestalt an! Yeah, weiter so!

Tipp #3: Reflektieren und tiefer in die Materie eintauchen

Mach eine Kaffeepause und reflektiere danach deine bisher erstelle Plotstruktur. Wie zufrieden bist du damit? Sind dir weitere Handlungen, Ereignisse, Figuren und Ziele eingefallen? Dann notiere auch diese auf einzelne Zettel!
Tauche nun tiefer in die Materie des Plottens, indem du die Handlung in einen Anfang, Mittelteil und Schluss gliederst und festlegst, an welchen Stellen du Spannungspunkte einbauen möchtest. Wo in der Handlung befindet sich der Höhepunkt, wo könnten Wendepunkte entstehen?

 

Behalte beim Schreiben den erstellten Plot immer im Blick und passe diesen regelmäßig an den Verlauf deiner Romangeschichte an. Auch andere Kreativtechniken und -methoden können unterstützend im Schreibprozess und Schreiben eines Romans sein. Kein:e Autor:in ist als Meister:in vom Himmel gefallen und auch beim Plotten wirst du, je häufiger du es ausprobierst, immer besser.

 

Plot schreiben lernen - verschiedene Buchcover und Geschichten

 

Bildquellen: Titelbild, Natalie von Pexels; Beitragsbild 1, Wallace Chuck von Pexels; Beitragsbild 2, ready made von Pexels.

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